Die Nerven und Shitney Beers in Berlin | 19.10.23

Wenn man den Namen „Shitney Beers“ hört, denkt man sicher an Britney Spears. Und an etwas härtere Musik, die eher in eine Punk-Richtung geht. So dachte ich zumindest. Und wenn man die Musik von „Die Nerven“ hört, dann denkt man, dass die Konzerte halt entspannt nach Gitarren klingen, ab er insgesamt eher ruhig sind. Zumindest dachte ich so.

Und oh man, lag ich falsch.

Also erstmal zu Shitney Beers, die der Voract für Die Nerven im Festsaal Kreuzberg war. Es handelte sich bei der Musik nicht um Punk, sondern um klassischen Singer-Songwriter-Sound. Doch man sollte sich nicht von der klaren, sanften Stimme und dem nebeligen Sound der Gitarre täuschen lassen – die Texte sind schon ziemlich frech, zum Beispiel gab es einen Song über Laktose Intoleranz. Doch mein Favorit ist „Peaches Style“, der Peaches „Fuck the Pain Away“ referenziert und einfach perfekt auf die Healing Girl Autumn Playlist passt.
An der Stelle will ich auch noch meinen größten Respekt für Shitney Beers hier kundtun. Auf einer Bühne zu stehen und für andere zu singen ist sehr nervenaufreibend. Und wenn man dann auch noch alleine performt, steht man auch etwas unter Druck. Aber sie hat es gut gemeistert und auch das Publikum war sehr offen und freundlich. Schön.

So gegen 21 Uhr kamen dann Die Nerven auf die Bühne. Ich hatte keine Ahnung und konnte auch überhaupt nicht einschätzen, wie die Stimmung wird. Wird es Moshpits geben? Werden die Leute eher ruhig rumstehen? Werde ich genervt von der Musik sein?
Genervt war ich nur am Anfang von paar großen Leuten, die spontan gemerkt haben, wie schön es doch ist, vor mir zu stehen. Aber als erfahrene Konzertgängerin weiß ich auch – man bleibt selten lange am gleichen Platz, das wird schon wieder.

Und es wurde wirklich wieder, denn die Leute waren am Springen und Tanzen. Vor allem angetrieben durch den Drummer, der eine unglaublich energetische Ausstrahlung hatte und die Leute gut animiert hat. Generell hatte die Band eine sehr selbstbewusste Bühnenpräsenz und sogar geschafft, den ganzen Festsaal dazu zubringen, komplett ruhig zu sein (eine betrunkene Person ausgeschlossen).

Alle meine Annahmen waren also falsch. Shitney Beers spielt kein Punk und bei den Die Nerven sind die Konzerte nicht sehr ruhig. Energiegeladene Moshpits, tolle Solomomente und eine angenehme Atmosphäre. Am Ende ging man mit guter Laune raus, auch wenn es draußen kalt und unangenehm war. Zu den Songs kann ich nicht so viel sagen, weil ich die meisten Namen nicht kenne, aber „Europa“ wurde natürlich gespielt

Fazit: Nette Atmosphäre, die Band wirkt sehr freundlich und selbstsicher. Ich habe jetzt auch Lust, Schlagzeug zu spielen.

xoxo