Wenn man sich ein halbes Jahr im Voraus ein Konzertticket kauft, ist das wie ein Geschenk an das eigene Zukunfts-Ich. An der Stelle also vielen Dank an mich selbst für dieses schöne Konzert.
Naja, das eigentliche Dankeschön geht natürlich an die beiden Musikerinnen, die an dem Abend in der Kantine am Berghain aufgetreten sind. Das war als erstes C’est Karma. Eine junge Solokünstlerin, die bisher Songs auf Englisch und Französisch veröffentlicht hat, aber auch auf Portugiesisch singt. Ihre Musik besteht aus romantischen Melodien mit sanfter Stimme, abgelöst von schnellen Beats und elektronisch verzerrten Gesang. Sie spiegelt sehr gut das Gefühl des Erwachsenwerdens wieder und auch die Texte sind sehr gefühlvoll.
Der Live-Auftritt hatte jedoch nichts von jugendlicher Unbeholfenheit. C’est Karma stand mit einem Selbstbewusstsein auf der Bühne, als wäre das schon immer ihr Platz gewesen. Abwechslungsreich, persönlich und sehr sympathisch war sie auf jeden Fall eine positive Überraschung für diesen Abend. Um einen Überblick über die verschiedenen Facetten zu bekommen, empfehle ich einmal „Spaghetti on Repeat“ für den eher aufwühlenden Sound und dann „Quand Je Serai Grande“, um sich wieder zu beruhigen.
Von einer strahlender Bühnenpräsenz ging es nach kurzem Umbau weiter zur nächsten. Eigentlich ist Uche Yara Multiinstrumentalistin und arbeitet eigenständig an ihren Songs, auf der Bühne ist sie aber mit einer Band unterwegs. Mit echten Instrumenten wirkt die größtenteils psychedelische Musik einfach stärker und die Chemie zwischen all den Bandmitgliedern macht zusätzlich gute Laune.
Die Setlist war sehr ausgeglichen. Es gab sehr tanzbare Lieder, wie zum Beispiel „Tango“, und entspannte Songs wie „Honey“, bei denen Uche Yara auch mal ganz alleine auf der Bühne war und mit Gitarre und Gesang die gerade noch tanzende Menge etwas beruhigt hat. Und obwohl sie etwas Probleme mit der Stimme hatte, hat man es dem Gesang nicht angemerkt.
Interessanterweise gab es keine Zugabe, doch der Ausklang der Show war so dramatisch, da wäre eine Zugabe nicht angemessen gewesen. Berauschende Gitarren, wummernder Bass und treibendes Schlagzeug boten einen intensiven, krönenden Abschluss der sich auch wirklich wie ein Abschluss anfühlte.
Fazit: Etwas speziell, aber macht auf jeden Fall gute Laune. Und live viel eindrucksvoller als auf Spotify und Co.
xoxo



