Glass Animals und The Big Moon in Berlin | 20.10.2024

Viele Leute kennen den Song „Heat Waves“, aber nicht viele kennen die Band dahinter – Glass Animals. Dennoch sind es genug Leute, um die Max-Schmeling-Halle in Berlin zu füllen. Die Zeit der kleinen Clubs ist vorbei.

Um warm zu werden, spielte die britische Indie-Rock-Band The Big Moon. Ich selbst war noch mit dem Fahrrad im Mondschein unterwegs, als sie anfingen, also habe ich etwas von deren Auftritt verpasst. Aber das, was ich mitbekommen habe, war eher entspannt und freundlich. Musik, die man gut nebenbei hören kann, wenn man einen Text schreibt, aber nicht unbedingt, wenn man einen Schlüsselmoment im Leben hat. Die perfekte Vorband also. Und das waren sie auch schon für die Pixies oder The Vaccines.

Die vier Musikerinnen wirken ziemlich cool und lustig, was im Video zu „Why“ meiner Meinung nach auch gut rüberkommt. Und meinem YouTube-Verlauf nach habe ich mal „Your Light“ gehört, also packe ich das auch hier mit rein. Viel Spaß!

Nach fast einer Stunde Vorband gab es eine halbe Stunde Umbau und dann kamen sie endlich auf die Bühne – die Band aller Bands, Glass Animals. Da das Album stiltechnisch mit Weltraumthemen spielt, gab es noch ein kleines Videointro, in dem unter anderem aus dem Weltall auf die Max-Schmeling-Halle rangezoomt wurde. Ein sehr süßes und aufmerksames Detail.

Ich werde mich mal nicht in schwärmenden Beschreibungen verlieren, sondern einfach nur kurz die Highlights zusammenfassen. Es wurden Songs von allen vier Alben gespielt. Aus dem neuen Album unter anderem „Wonderful Nothing“ und „Lost in the Ocean“, auch in einer sehr minimalistischen Version. Dazu leuchteten die Handytaschenlampen wie hundert kleine Sterne.

Für „Gooey“ kam der Sänger (Dave) sogar ins Publikum und die meisten Leute haben tatsächlich einfach getanzt oder zugeschaut und nicht mit ihren Handys gefilmt und anderen die Sicht versperrt. Das sorgt direkt für eine ganz andere Stimmung!

Auch wenn viele Leute anfangs etwas zurückhaltend waren, taute die Stimmung mit der Zeit auf und es wurde munter getanzt. Natürlich kamen von der Band aber die üblichen Floskeln „Ihr seid die beste Crowd“ und „In Berlin ist die Stimmung immer so gut“. Also. Ich habe Videos von anderen Konzerten gesehen und da ging es doch etwas mehr ab. Aber naja, nett war es trotzdem von ihnen.

Die visuellen Effekte waren sehr künstlerisch und schön gestaltet. Allerdings gab es bei manchen Songs doch sehr starke Lichteffekte, was für einige Leute etwas anstrengend sein könnte. Auf der Bühne stand außerdem noch eine Ananas. Ich weiß, gesellschaftlich hat die so einige Bedeutungen, aber bei Glass Animals steht sie zu einem für den Song „Pork Soda“, dort heißt es nämlich „Pineapples are in my Head“. Aber es gibt noch eine andere Story dahinter.

Bei den Aufnahmen zum ersten Album sollte Dave nämlich Stimmübungen machen, bei denen er auf dem Boden liegt und mit beiden Händen eine Ananas hochhält. Und somit wurde die Ananas irgendwann auch ein Maskottchen der Band. So lautet zumindest die Legende.

Insgesamt war die Show sehr schön und es gab viele kleine liebevolle Details. Und auch wenn die Musik eher Mainstream geworden ist, wirkte die Band doch noch sehr freundlich, etwas nerdig und bodenständig. Trotz des Weltraumthemas.

Fazit: Auch für nicht-hardcore-Fans geeignet. Aber bitte bleibt dann in den Rängen oder tanzt mit 🙂

xoxo